NSB Diesellokomotive Di.4
Trotz umfassender Elektrifizierung der Hauptstrecke von Oslo nach Stavanger, Bergen und Trondheim hatte die NSB Ende der 70er Bedarf an einer starken Diesellokomotive, mit der man die Doppelbespannungen der Di.3 vermeiden konnte.
In einer Dieselelektrischen Lokomotive treibt ein Dieselmotor einen Generator an, der liefert Strom für die elektrischen Bahnmotoren. Die Bahnmotore sind an den Achsen der Lok montiert, wo sie mit Zahnrädern die Kraft auf die Achsen übertragen. Und so die Lok antreiben.
In den 70er Jahren hatte die deutsche Lokomotivfabrik Henschel und BCC eine neue Diesellok mit elektrischer Kraftübertragung entwickelt die sog. Drehstromleistungsübertragung. Diese mit Asynchronen Wechselstrommotoren ausgerüstete Kraftübertragung nannte man Drehstromantrieb. Der neue Drehstrommotor kann wesentlich länger zwischen den Untersuchungen arbeiten als ein normaler Wechselstrommotor. Der drehstromMotor/asynchron Wechselstrommotor hat keinen Bürsten und Kohlen mehr wie der Wechselstrommotor. Diese Kontaktlose Bauweise überzeugte, wie auch das man elektrisch bremsen konnte und den Bahnmotor als Generator benutze. Den erzeugten Strom konnte man sogar zu Heizen der Wagen benutzen oder leitete ihn über Dachwiderstände als Wärme ab.
Da die NSB sich neue Diesel-Lokomotiven beschaffen wollte, sollte es auch mit neuesten Technologie sein. Denn die alten Di.3 hatten eine aus den 40er Jahren. Die NSB bestellte daher fünf Lokmotiven der Type Di.4 bei Henschel in Kasel und die Loks wurden 1980 geliefert. Alle waren ausgerüstet mit dem General Motors 645E3 B Dieselmotor, der 3300 PS oder 2450 kW leistete. Der Motor war verbunden mit einem GM Hauptgenerator des Typs AR7-D1 4B, der den Strom für die sechs Fahrmotoren lieferte. Diese waren neusten Typs von Drehstrommotoren und hatten die Bezeichnung NEBB (Norsk Elektro Brown Broveri) QD335N4A. Diese gaben der Di.4 eine Anfahrzugkraft von 360kN und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Km/h. Die Loks wurden im damaligen Farbschema der NSB geliefert, braun mit gelben Streifen und sie hat diese Farbe noch heute. Auch nach der Hauptuntersuchung 2001 in der DSB Hauptwerkstatt Kopenhagen, denn die NSB-Werkstatt in Marienborg bei Trondheim ist inzwischen geschlossen worden.
Die Lokomotiven waren immer auf der Nordlandsbahn eingesetzt, die von Trondheim nach Bödö führt. Aber zuerst musste dort noch der Oberbau für die 113,6 Tonnen schwere Lokomotive verstärkt werden.musste. In den ganzen Jahren zog die Lokomotive viele Güter und Reiszüge, bis die NSB ihre Güterzüge durch eine eigene Gesellschaft betrieb. CargoNet ist nur für den Güterverkehr zuständig und so fährt die Di.4 heute nur noch Reisezüge. In den Jahren des Umbruchs hat die NSB ein neues Konzept für den Personenverkehr eingeführt auf der Nordlandsbahn und sie fährt nun die meisten Tagzüge mit Triebwagen. Nur noch die durchgehenden Nachtzüge werden mit Lokomotiven gefahren.