Die Q-Wagen waren Jahrzehnte der meistverwendete dänische Güterwagen.
Der erste kleine Q-Wagen ist zur Eröffnung der ersten Eisenbahn in Jütland, der Strecke Aarhus-Randers 1862 gebaut worden.
Der Q-Wagen war aus Englischen Güterwagen hervorgegangen, denn es war eine Englische Gesellschaft,
welche die erste Bahn in Jütland baute. Es waren kleine Wagen mit einer Nutzlast Sechs Tonnen.
Von Anfang an hatten die Wagen die bekannten charakteristischen Merkmale, die ihn als Q-Wagen erkennen ließen.
Der Wagenkasten war aus waagerechten Brettern, die aufrechtstehend angebracht waren. Über die ganze Wagenseite finden wir
eine Reihe von Luken, die man öffnen kann, um den Luftaustausch zu verbessern, wenn lebende Tiere geladen waren.
Lebende Tiere waren lange ein typisches Ladegut für die Eisenbahn und damit die Q-Wagen.
Eine doppelte Flügeltür in der Wagenmitte und in dem Wagenende welches kein Bremserhaus hat.
Im Wagenkasteninneren gab es eine Reihe von Anbinderingen längs der Wagenseiten, wo man z.B. die lebenden Tiere
anbinden konnte.
Die Wagen werden größer.
Der Waggontyp entwickelte sich während der Bauzeit zwar weiter, er blieb aber immer „Der dänische Standard Güterwagen! Von den kleinen mit zwei Fächern an den Seiten um die Flügeltüren bis zum „gewachsenen" Wagen der späteren Jahre. Im Jahre 1875 kam der erste Wagen mit drei Seitenfächern heraus. Der Wagen, Litra Q und später QB, konnte 15 Tonnen Last befördern! 1886 kam der erste Q-Wagen mit einer Grundfläche von 16,3 Quadratmetern und 1893 hatte der Q dann eine Seitenwandhöhe von 3,475 Metern. Damit war dann der typische dänische Q-Wagen „geboren". Dieser wurde dann als kleiner Q-Wagen bekannt im Gegensatz zum großen Q-Wagen der Litra QH und QR, der eigentlich nur eine Ausgabe eines mittelgroßen Wagens war. Verwirrend was? Aber man kann es nehmen wie man will das ist eben bei den vielen verschiedenen Typen des Q-Wagens nicht so einfach. Das Vorbild für das Hobby trade Modell jedenfalls ist der kleine Q-Wagen.
Die kleinen Q-Wagen bei der DSB.
Das Vorbild für das Hobby trade Modell des kleinen Q-Wagens ist der 1893 zuerst gebaute und bis zum Ende der 20er Jahre beschaffte Q der DSB und der Privatbahnen. In dieser Zeit wurden nach einem neuen Eisenbahn Anlagengesetz des dänischen Reichstages viele neue Bahnstrecken gebaut. Lieferanten waren die Fabriken von Scandia in Randers, Vulcan in Maribo und auch ausländische Fabriken bauten den Typ für Dänemark, da die einheimische Industrie gar nicht so viele bauen konnte, wie die großen Bestellungen erfolgten. Die DSB schaffte sich zwischen 1894 und 1917 den Q-Wagen in 1161 Exemplaren an, als Standardwagen QD mit Handbremse an einem Wagenende. Dazu dann noch von 1896 bis 19144 570 Q-Wagen mit Bremserhaus Litra QE.
Die QE Wagen hatten auch Vakuumbremse und Dampfleitung, womit man sie auch in Reisezügen einstellen konnte. Letztendlich kaufte die DSB zwischen 1906 und 1913 857 QF Wagen mit Hand-Bremse im Bremserhaus, die aber nicht mit Dampfleitung und Saugluftbremse versehen waren. Alle Wagen hatten eine Grundfläche von 16,3 Quadratmeter, einen Achsabstand von 3,66 Metern und konnten 12,5 Tonnen laden.
Die kleine Q-Wagen bei den Privatbahnen
Die vielen neuen Privatbahnen schafften sich auch die kleinen Q-Wagen an. In allem 874 Exemplare. Es wäre zuviel davon nun alles zu schreiben, aber die Seelänischen Bahnen hatten 109 Wagen zwischen 1897 und 1920 beschafft. Die Jütländischen Bahnen, derer 494 zwischen 1897 und 1928 und die Langelandsbahen bekamen, zwischen 1897 und 1915 173 Q-Wagen. Und endlich die Privatbahnen auf der Insel Lolland 98 geschlossen Wagen der Litra Q zwischen 1904 und 1924.
Die Privaten hielten am Typ des klein Q-Wagens fest, selbst als die DSB 1917 zu den größeren Ausführungen überging. Der letzte Q, der kleinen Bauart, wurde für die Horsens Westbahn und die 1929 eröffnete Horsens-Bryrup-Silkeborg Bahn gebaut. Beiden Bahnen bekamen Q-Wagen desselben Typs wie die QD und QF Wagen der DSB, wobei die der Horsensbahn von Anfang an Druckluftbremse hatte, welche bei der DSB erst während des II.Weltkriegs eingebaut wurde.
Bei den Privatbahnen hatten die Q-Wagen dann auch andere Farbgebung als bei der DSB. So andere Nuancen des DSB Brauns, mehr rot als braun, und auf Fünen waren sie grün bemalt. Die Ålborg Privatbahnen hatten graublaue und die Bahnen rund um Horsens und die Grivbskovsbahn sogar schwarze Q-Wagen.
Des Q-Wagen letzte Zeit
Bei der DSB war der Wagen, der größte und beste geschlossene Güterwagen, den es gab. Vor dem II-Weltkrieg kamen sie auch ins Ausland und danach wurden sie nur noch im Inlandsverkehr benutzt, da sie zu klein waren gegenüber den neuen und größeren ausländischen G-Wagen. I n den 50er Jahren beschaffte die DSB immer mehr neue große G-Wagen der Typen G bzw. den späteren Gs und es war Zeit die Q-Wagen auszumustern. Aber bis 1966 hielten sich die Q-Wagen noch bei der DSB. Dann war Schluss.
Aber nicht bei den Privatbahnen! Zwar wurden dann in den 60er Jahren viele durch die Betriebseinstellungen der privaten Bahnen ausrangiert, so bei Skive-Westsalling, den Mariager-Faaborg-Viborg-Bahnen, in Nordjütland und rund um Aarhus, aber trotzdem fuhren sie noch bis in die 70er Jahre weiter.
Mehrere „Kleine“ Q überlebten bei Museumsbahnen, wenn auch nicht in so einer Menge wie es sich für den meistgebauten Wagen Dänemarks eigentlich gehörte.
Der große Q-Wagen
Nach mehr als zwanzig Jahren mit den Q-Wagen in dieser Größe begann die DSB im Jahr 1917 eine größere Ausgabe des Q-Wagens zu beschaffen. Diese Wagen, die allgemein als „Große Q-Wagen „ bezeichnet wurden, bekamen die Hauptbezeichnung QH und QR und wurden die nächsten zehn Jahre gebaut. Die großen Q hatten einen Achsstand von 4,5 Metern und eine Grundfläche von 19 Quadratmetern. Die Nutzlast konnte auf 15 Tonnen angehoben werden. Auch konnte durch den größeren Achsstand die Höchstgeschwindigkeit auf 80Km/h angehoben werden, während die „Kleinen" Q-Wagen mit 3,66 Metern Achsabstand nur mit 60 Km/h fahren durften.
Es wurden 880 QH und 700 QR bis 1927 gebaut. Damit waren seit 1862 alles in allem 4600 dieser geschlossenen Wagen gebaut worden und zu dem Zeitpunkt bestand der dänische Güterwagenpark zu 40% aus diesen Q-Wagen. Kein anderer Wagen war in mehr Exemplaren vorhanden.
Die QH Wagen, der Wagen nur mit Handbremse, die über eine Bremskurbel mit langer Stange abgebremst werden konnte. Diese konnte aber eigentlich nur im Stand bedient werden, wenn die Wagen auf einem Nebengleis usw. standen. Mit der Zeit bekamen aber auch diese dann eine durchgehende Druckluftleitung und wurden so zur Reihe QHL. So konnte sie auch außerhalb Dänemarks eingesetzt werden. Die Wagen hatten ein Bremserhaus für die Kurbelbremse, welche hoch man Wagenkasten angesetzt war. Sehr schnell im Laufe der 20er Jahre aber bekamen die meisten dieser Wagen dann eine Druckluftbremse eingebaut und konnte damit auch im internationalen Verkehr eingesetzt werden. Damit waren sie der modernste DSB Güterwagen in geschlossener Bauart und wurden zur Litra QRB!
Große weiße Wagen
In den 30er Jahren verblieben die 255 QH und die 100 QR, die keine Druckluftbremse hatten, in weißer Farbe bemalt. Diese weißen Wagen waren keine Kühlwagen, man hatte sie so auffällig gemacht damit das Personal diese nicht mit lebenden Tieren oder anderen den Wagen verschmutzendem Transportgut beladen sollten. In den ersten Jahren des II. Weltkriegs wurde sie aber mit dann mit Druckluftanlagen, Leitungen und Bremsen versehen und als normale G-Wagen in brauner Farbe benutzt.
Die großen Q-Wagen mit der Haupttypenbezeichnung QH und QR hatten RIV Markierungen und konnten bis in die 50er Jahre im internationalen Verkehr eingesetzt werden. Im dänischen Inlandsverkehr war das bis 1966 der Fall. In den Jahren zwischen 1959 und 1963 wurde einige nochmal umgebaut zu dem neuen DSB Typ HJ. Die nicht mehr Umgebauten wurden bis 1966 dann alle ausrangiert, und verschrottet, aber einige kamen auch zu Museumsbahnen.
Große Q-Wagen bei den Privatbahnen
Die Skive-Vestsalling Eisenbahn beschaffte zur Eröffnung 1924 zehn Wagen., die Lollandbahn sechs und Mariager - Faarup-Viborg 1927 deren Fünf. Die Thistedt-Ferritslev Bahn und die Randers -Hadsund Bahn hatten sich drei bzw. fünf Wagen während des II.Weltkriegs gekauft. Die Wagen hatten einen etwas größeren Achsabstand von fünf Metern, sodas sie ganz den DSB Wagen gleichkamen.
Text von Martin Wilde – Übersetzung Christian Fricke. Copyright ©: Martin Wilde & hobby trade.